Behandlung von Blasenschwäche

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Behandlung von Blasenschwäche gibt es heute ein breites Spektrum an Therapieoptionen. Neben Medikamenten werden auch Verhaltenstrainings, physikalische Therapiemaßnahmen und operative Eingriffe mit Erfolg eingesetzt.

Je nach Form der Blasenschwäche haben die Maßnahmen verschiedene Ziele.

Form der Blasenschwäche Ziel
Drang-, Mischinkontinenz und Reflexinkontinenz
  • Veringerung der Spannung der Harnblasenmuskulatur
  • Steigerung des Fassungsvermögens der Blase
  • Belastungs- und Mischinkontinenz
  • Stärkung der Spannung der Schließmuskeln
  • Überlaufinkontinenz
  • Lockerung der Spannung der Schließmuskeln
  • Beseitigung von Abflussstörungen z.B. durch eine vergrößerte Prostata
  • Grundsätzlich gilt: Je mehr Maßnahmen eine Therapie umfasst, umso höher sind die Erfolgsaussichten.

    Medikamentöse Behandlung

    Eine Blasenschwäche wird je nach Form der Blasenschwäche mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt. Häufig werden bei einer Drang- oder Mischinkontinenz Anticholinergika verschrieben, die die Kontraktion des Blasenmuskels hemmen. Dadurch kann die Blase mehr Harn fassen und das Dranggefühl lässt nach, bzw. ensteht erst bei höherem Füllungsgrad. Gleichzeitig nimmt die Häufigkeit eines ungewollten Harnverlustes ab.

    Anticholinergika sind Wirkstoffe, die den Botenstoff Acetylcholin daran hindern, im Blasenmuskel eine Kontraktion auszulösen. Anticholinergika führen zur Entspannung des Blasenmuskels.

    Ist bei einer Überlaufinkontinenz eine vergrößerte Prostata die Ursache, stehen mit Alpha-Rezeptorenblockern und 5-Alpha-Reduktasehemmern zwei Wirkstoffgruppen mit unterschiedlich schnell einsetzender Wirkung zur Verfügung: Alpha-Rezeptorenblocker führen bereits nach 1 – 2 Wochen zu einer Erschlaffung der Muskulatur von Blasenhals, Prostata und Harnröhre und erleichtern auf diese Weise den Harnabgang. Auch 5-Alpha-Reduktasehemmer verbessern den Harnabfluss; sie greifen in den Hormonhaushalt ein und können die Größe der Prostata verkleinern.

    Zudem sind bei leichten Beschwerden mehrere pflanzliche Arzneimittel wie z.B. Extrakte aus Sägepalmenfrüchten, Kürbissamen oder Brennnesselwurzeln für die Behandlung einer vergrößerten Prostata verfügbar.
    Informationen zu Prostaforton® uno (Brennesselwurzel)

    Alpha-Rezeptorenblocker sind Wirkstoffe, die die glatte Muskulatur an Prostata und Harnröhre entspannen und dadurch das Wasserlassen erleichtern.

    5-Alpha-Reduktasehemmer sind Wirkstoffe, die in den Hormonhaushalt eingreifen und dadurch die Größe der Prostata verringern können. Der Harnabfluss kann wieder leichter erfolgen.

    Verhaltenstraining („Toilettentraining“)

    Das Verhaltenstraining wird meist bei einer Drang- und Mischinkontinenz eingesetzt. Ziel des Trainings ist es, die Kontrolle über die Blasenfunktion vollständig wiederzuerlangen oder zumindest zu verbessern. Patienten erhalten Tipps zu Verhaltenstechniken, wie sie z.B. durch Entspannungstechniken oder Ablenkung, den Harndrang bewältigen und ein Einnässen durch Toilettengänge nach einem bestimmten Zeitschema vermeiden.

    Physiotherapie und physikalische Therapie

    Die Physiotherapie oder auch physikalische Therapie wird vor allem zur Therapie einer Belastungsinkontinenz eingesetzt, um die Muskulatur des Beckenbodens zu stärken. Dies unterstützt die Fähigkeit zum willentlichen Öffnen und Schließen der Harnröhre. Die Physiotherapie kann durch Maßnahmen wie z.B. Biofeedback, Elektrostimulation und Magnetstimulation unterstützt werden.

    • Biofeedback: Technisches Verfahren, mit dessen Hilfe sich Körperfunktionen in optische oder akustische Signale übersetzen lassen.
    • Elektrostimulation: Stimulierung und Stärkung der Muskulatur des Beckenbodens durch elektrischen Strom.
    • Magnetstimulation: Stimulierung und Stärkung der Beckenbodenmuskulatur durch gerichtete pulsierende Magnetfelder.

    Katheterisierung

    Um einen erhöhten Blasendruck und den Verbleib von Restharn in der Harnblase zu vermeiden, kann es bei einer Reflexinkontinenz notwendig sein, einen Katheter zu legen. Auch bei einer stark vergrößerten Prostata kann dieses Vorgehen bis zur Durchführung einer Operation angebracht sein.

    Operationen

    Operationen spielen dann eine Rolle, wenn der Blasenschwäche eine operable Erkrankung zugrunde liegt. Dies können beispielsweise Organfehlbildungen, eine vergrößerte Prostata bei Männern oder ein Blasen-, Gebärmutter- oder Scheidenvorfall bei Frauen sein.

    Meldung von Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

    Im Fall von medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.