www.urologie.hexal.deFormen der Blasenschwäche
Dranginkontinenz
Tritt ein plötzlicher, sehr starker Harndrang einmal oder mehrmals am Tag und in der Nacht auf, der auch zu ungewolltem Harnverlust führen kann, so spricht man von einer Dranginkontinenz bzw. einer überaktiven Blase. Entweder melden die Nerven in diesem Fall schon bei einer geringen Füllmenge, dass die Blase voll ist, oder der Blasenmuskel zieht sich plötzlich und sehr stark zusammen.
Auslöser können verschiedene Grunderkrankungen sein, wie z. B. Entzündungen der unteren Harnwege oder neurologische Erkrankungen.
Belastungs- oder Stressinkontinenz
Bei dieser Form der Blasenschwäche tritt bei körperlicher Belastung (schwerem Heben, Laufen, Husten oder Niesen) ein ungewollter Harnverlust auf.
Ursache ist eine Schwäche des Harnröhrenschließmuskels, die wiederum häufig auf eine Beckenbodenschwäche zurückgeht.
Betroffen sind zumeist Frauen, denn Schwangerschaften, Geburten und hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren können die Beckenbodenmuskulatur schwächen. Auch Übergewicht kann eine Rolle spielen. Die Organe verlagern sich hierbei nach unten, besonders die Harnblase ist betroffen.
Bei Männern ist diese Form der Blasenschwäche selten. Auftreten kann sie durch eine Verletzung der Schließmuskeln, z.B. im Rahmen einer Operation.

Mischinkontinenz
Treten beide vorher genannten Formen, d.h. die Belastungs- und die Dranginkontinenz gemeinsam auf, so spricht man von einer Mischinkontinenz.
Überlaufinkontinenz
Eine Überlaufinkontinenz ist gegeben, wenn ein unfreiwilliger Verlust kleiner Harnmengen auftritt. Die Ursache ist meist eine Abflußstörung in der Harnröhre und/oder eine zu schwache Blasenmuskulatur.
Die Blase ist daher andauernd stark gefüllt und eine Ausscheidung von Harn findet nur tröpfelnd statt. In diesem Fall sind zumeist Männer betroffen, deren Prostata vergrößert ist und dadurch den Harnabfluß behindert.
Aber auch neurologische Erkrankungen bei Diabetes mellitus können zur Überlaufblase führen. Sehr häufig kommt es in Folge einer Überlaufblase zu einem Rückstau des Urins in die Harnleiter und die Nieren mit der Gefahr einer zunehmenden Niereninsuffizienz (Funktionsverlust der Nieren) bis hin zur Urämie (Harnvergiftung).
Reflexinkontinenz
Bei einer Reflexinkontinenz liegt eine Beeinträchtigung der Nerven zugrunde, die die Zusammenarbeit der Blasen- und Schließmuskeln regulieren. Die Betroffenen haben keine Kontrolle über die Blasenentleerung und es kann jederzeit zu einem Harnabgang kommen. Es liegt ein hoher Druck in der Harnblase vor und durch einen Verbleib von Restharn kann es immer wieder zu Entzündungen der unteren Harnwege kommen.
Die Ursachen einer Reflexinkontinenz sind Beeinträchtigungen des Nervensystems z.B. bei Morbus Parkinson, Multipler Sklerose, Querschnittslähmung, Verletzungen oder Tumoren im Rückenmark oder schwere Bandscheibenvorfälle.





