Behandlung bei Prostatavergrößerung (BPH) - Medikamente und Operation

Medikamentöse Therapie

Oft ist eine Behandlung mit Arzneimitteln der richtige Weg. Als gut verträgliche und moderne Therapie gilt heute die Behandlung mit so genannten α1-Rezeptorenblockern. Diese Arzneimittel wirken direkt an der Prostata und sorgen fur rasche und anhaltende Beschwerdefreiheit innerhalb von 1-2 Wochen, indem sie die glatte Muskulatur der Prostata und der Harnröhre entspannen.

Sogenannte 5-α-Reduktasehemmer greifen in den Hormonhaushalt ein und können so die Größe der Prostata mindern. Allerdings tritt ihre Wirkung erst nach Monaten ein.

Darüber hinaus werden häufig Phytopharmaka, d.h. pflanzliche Arzneimittel, zur Behandlung der BPH eingesetzt.

Informationen zu Prostaforton® uno (Brennesselwurzel)

 

  Phytopharmaka α1-Rezeptoren-
blocker
5-α-Reduktase-
hemmer
Wirkstoffe Inhaltsstoffe
z. B. aus Kürbissamen, Sägepalmenfrüchten
Doxazosin,
Terazosin,
Alfuzosin,
Tamsulosin
Finasterid,
Dutasterid
Einsatzgebiet milde Symptomatik symptomatische Beschwerden des unteren Harntrakts, keine Komplikationen, keine stark vergrößerte Prostata symptomatische Beschwerden des unteren Harntrakts, keine Komplikationen, Prostatavolumen
> 40 ml
Wirkmechanismus größtenteils
unklar
Blockade von
α1-Rezeptoren in der Prostata und Harnröhre, dadurch Erschlaffung der Prostatamuskulatur
Verringerung des Prostatavolumens durch Hemmung der Bildung von Dihydrotestosteron, einem gewebsaktiven Hormon

Operative/instrumentelle Verfahren

Wann muss man operieren?

Ein zwingender Grund zur Operation besteht bei Harnwegsinfekt, akuter Harnverhaltung und sichtbarer, medikamentös nicht beherrschbarer Hämaturie, jeweils bei wiederholtem Auftreten; außerdem z. B. bei erheblicher Behinderung des Harnabflusses, Harnblasensteinen ßen Ausstülpungen der Harnblasenwand.

Mäßige (IPSS 17-19 Pkt.) bis starke Beschwerden (IPSS 20-35 Pkt.) oder eine Restharnmenge über 100 ml sind kein zwingender Grund zur Operation. Gleiches gilt beispielsweise für einen max. Harnfluss unter 15 ml pro Sekunde.

Was sind die bekanntesten Verfahren?

Eingesetzt werden eine Fülle von operativen Verfahren. Sie unterscheiden sich im Zugangsweg (z. B. transurethral, d. h. durch die Harnröhre), in den verwendeten Instrumenten (z. B. Laser) und in der Art der Beseitigung

Als chirurgische Therapieoption wird zumeist die Transurethrale Prostataresektion (TUR-P) eingesetzt. Mit Hilfe eines Operationsspiegels, der durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben wird, schneidet der Operateur Prostatagewebe aus, das dann über den Schaft des Instrumentes herausgespült wird.

Trotz technisch-medizinischer Weiterentwicklungen (wie beispielsweise Laserverfahren, transurethrale Mikrowellenthermotherapie oder transurethrale Nadel-Ablation) ist die TUR-P-Methode bei der chirurgischen Therapie weiterhin das Standardverfahren.

Bei bestimmten Voraussetzungen, z. B. bei sehr stark vergrößerter Prostata, wird nach wie vor traditionell durch einen offenen Zugang durch die Bauchdecke operiert.

Meldung von Nebenwirkungen

Sie sind ...